Medienpädagogik


Der Spiegel brachte in seiner 38. Ausgabe 2006 einen interessanten Bericht mit dem Titel „Bilder machen Geschichte“. 

 „Mittendrin in der Napalmhölle: das Mädchen Kim Phuc. Die Neunjährige hat sich die Kleider vom Leib gerissen und rennt schreiend die Straße hinunter, weg vom düsterschwarzen Bombennebel. Das Foto ihrer Flucht ging um die Welt. Noch heute gilt es als Ikone des Vietnam-Kriegs, eine Anklage gegen die Amerikaner. Nur waren es gar keine US-Piloten, die am 8.Juni 1972 Napalm auf Trang Bang warfen. Die Amerikaner haben den Angriff auch nicht befohlen. Die Südvietnamesen selbst bombardierten das Dorf, in dem sie nordvietnamesische Soldaten vermuteten.“

Ein mächtiges Bild, was die historische Wahrheit umkehrt bzw. ignoriert.

Der Bericht zeigt weitere Symbolbilder auf, wie z.B. das Torhaus zum Vernichtunglager Auschwitz-Birkenau (1945).

„Die stille, unheilschwangere Metaphorik der schienen, die sich bündeln und dann zulaufen auf jenes Portal zur Hölle, führt zu einem Trugschluss: Der Betrachter nimmt an, er schaue von außen aufs Torhaus. Tatsächlich wurde das Foto im Lagerinneren aufgenommen. Das Drama von der Fahrt zur Endstation, das jenes Bild bei umgekehrter Deutung erzählt, ist aber offenbar so suggestiv, so mächtig, dass Überlebende nur wenige Monate vorher nach der Befreiung den Schienenstrang in ihren Zeichnungen und Gemälden ebenfalls außen verorteten.“

Filmemacher von NS-Dokus und Spielfilme wie auch „Der Untergang“ bedienen sich aus dem Bildinventar und der Ästhetik des Nazi-Regimes selbst.

Laut Welzer interpretiert man heute noch das Dritte Reich nach dem Bild, das es von sich selbst geschaffen hat.

Insofern könnte man den Film von Levy „Mein Führer“ als erste eigenständige Interpretation betrachten, oder?

 

Der vollständige Artikel ist für 0,50€ bei spiegel.de erhältlich.

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