
„…Diese Deine übliche Darstellung halte ich nur so weit für richtig, dass auch ich glaube, Du seist gänzlich schuldlos an unserer Entfremdung. Aber ebenso gänzlich schuldlos bin auch ich. Könnte ich Dich dazu bringen, dass Du das anerkennst, dann wäre – nicht etwa ein neues Leben möglich, dazu sind wir beide viel zu alt, aber doch eine Art Friede, kein Aufhören, aber doch ein Mildern Deiner unaufhörlichen Vorwürfe.“ Brief an den Vater
Das zwiespältige Verhältnis zu seinem Vater wird in den ausgestellten Orginalbriefen deutlich, die von Max Brod, seinem langjährigen Freund und Vertrauten nach seinem Tod 1924 veröffentlicht wurden. Die Briefe verfasste Kafka auf Deutsch, seiner Muttersprache.
An materiellen Bedürfnissen mangelete es dem Unternehmerssohn nicht. Jedoch an Emotionalität und Verständnis, die er bis zu seinem Tod (Kafka starb an Lungen-und Kehlkopftuberkulose mit 41 Jahren) vergeblich suchte.
Das Franz Kafka Museum zeigt in der Dauerausstellung den Werdegang des Schriftstellers mit dreidimensionalen Exponaten und audiovisuellen Stücken, die ständig von der eigens komponierten Musik begleitet wird. Sie führt durch seine Heimatstadt Prag, seine Schriften, Photos und Arbeitsformulare seines verhassten Berufs als Versicherungsangestelleter, seine Freundschaften und Liebschaften.
Froh war ich über die Orginalbriefe und Auszüge der noch verbliebenen Tagebücher auf deutsch. Die karge englische Übersetzung fasste nicht im geringsten die Essenz der Inhalte zusammen.
Fast schon kafkaesk ist, dass er sein Werk „Ein Hungerkünstler„1924 kurz nach seinem Tod verfasste, als er selbst kaum noch Nahrung zu sich nehmen und sich verbal nicht mehr verständlich machen konnte.
Max Brod überging den Wunsch Kafkas, seine unveröffentlichten Schriften nach seinem Tod zu verbrennen und brachte die Werke „Das Schloß„, „Amerika„, „Der Prozeß“ heraus.
Danke Max!
Um auf den Spuren Kafkas zu bleiben, ist das Geburtshaus Kafkas in der Hauptstadt Tchechiens zu bewundern, sowie sein Atelier im „Goldenen Gäßchen“ im Prager Burghof, indem er von 1916 bis 1917 arbeitete.
Nach dieser fetten Tagestour hat man sich eine Palacinka mit Budvar und Becherovka redlich verdient.
Na zdravi!




